180 neue Ausbildungsplätze in arabisch- und türkischstämmigen Berliner Unternehmen

16.02.2009: Arabisch- und türkischstämmige Unternehmer in Berlin stehen im Fokus des neuen Ausbildungsprojektes am BWK BildungsWerk in Kreuzberg: In einem Zeitraum von drei Jahren wollen wir die Schaffung von 180 Ausbildungsplätzen initiieren und diese mit Auszubildenden besetzen. Am 15. Februar startete das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt.

"Insbesondere in Berlin existiert ein großes Potenzial an Ausbildungsmöglichkeiten, das nicht genutzt wird", weiß Nihat Sorgec, Geschäftsführer des BWK. "Doch wer ausbildet, schafft einen Mehrwert für sein Unternehmen und zugleich für die Gesellschaft. Mit einem Ausbildungsplatz geben Sie jungen Menschen eine sinnvolle Perspektive für ihre berufliche und persönliche Zukunft."

Viele der zirka 10.000 Berliner Unternehmer türkischer und etwa 1.200 Unternehmer arabischer Herkunft kennen das deutsche duale Ausbildungssystem nicht ausreichend, um sich selbst in der Lage zu sehen, auszubilden - obwohl ein Großteil die Kapazitäten dazu hätte, so gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und zudem den eigenen Nachwuchs qualifizieren könnte. Dieses Potenzial versuchen die drei Ausbildungsplatzentwickler des BWK zu aktivieren, indem sie gezielt über Ausbildungsmöglichkeiten informieren und interessierte Unternehmer bei allen Schritten vom Antrag bis hin zum Einstellen eines geeigneten Auszubildenden unterstützen und begleiten. Für die Unternehmen ist das Angebot kostenfrei. "Unsere Projektmitarbeiter haben selbst arabische beziehungsweise türkische Wurzeln", erläutert Sorgec. "Sie können die Unternehmer in deren Muttersprache beraten und so schneller eine Vertrauensbasis schaffen; außerdem können sie kulturell bedingte Sorgen und Probleme besser verstehen."

Großer Bedarf an Ausbildungsplätzen für jugendliche Migranten

Die sogenannte "ethnische Ökonomie" gehört nach wie vor zu den Wachstumsbranchen der Berliner Wirtschaft. In der Ausbildungsbeteiligung spiegelt sich jedoch die steigende Bedeutung von Unternehmen mit Inhabern mit Migrationshintergrund nicht wider: 2006 bildete beispielsweise nur etwa jeder siebte Berliner Betrieb mit türkischstämmigem Inhaber aus, im Bundesdurchschnitt aller Betriebe war es jeder vierte. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen dahingegen ist in Berlin besonders hoch: 14,2 Prozent der Jugendlichen unter 25 Jahren waren im Juni 2008 arbeitslos gemeldet, 15,5 Prozent von ihnen hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit. Verschiedenen Berichten zufolge jedoch liegt die Arbeitslosenquote der Berliner Jugendlichen mit Migrationshintergrund - viele verfügen über einen deutschen Pass - wesentlich höher: bei etwa 40 Prozent.

BWK: Erfahrungen mit der Ausbildungsplatzakquise

Das Projekt "Neue Ausbildungsplätze in arabisch- und türkischstämmigen Unternehmen" ist bereits das zweite Ausbildungsprojekt am BWK. Von 2006 bis 2008 konnte das Projektteam zirka 200 Ausbildungsplätze in Berliner Unternehmen mit vornehmlich türkischstämmigen Inhabern gewinnen. Mit der Ausweitung auf arabischstämmige Unternehmen wird das neue Ausbildungsplatzprojekt einer weiteren großen Gruppe an Berliner Unternehmern gerecht.

Ansprechpartner:
>Nathalie Gehle

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