Existenzgründung: Informationen für Migranten
23.11.2009: Abschlussveranstaltung in der InvestitionsBank Berlin
Etwa 130 Existenzgründungswillige mit Migrationshintergrund nutzten in den vergangenen zwei Wochen die Gelegenheit, an einem der neun Tagesseminare teilzunehmen, die das BWK BildungsWerk in Kreuzberg und die Investitionsbank Berlin (IBB) im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen durchgeführt haben. Als Partner traten Migrantenorganisationen auf, die neben den Räumlichkeiten auch jeweils einen sprachkundigen Übersetzer zur Verfügung stellten. Auf der heutigen Abschlussveranstaltung ziehen die Beteiligten Bilanz.
Heute Abend bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Räumlichkeiten der IBB ein Teilnahmezertifikat sowie eine soeben fertiggestellte Broschüre überreicht; beim anschließenden Get-together besteht die Möglichkeit, wichtige Kontakte zu knüpfen. Sie haben jeweils eines der Tagesseminare besucht, die seit dem 7. November angeboten wurden: beim Al-Itihad Arabisch-Deutschen Frauenverein, dem Verein Türkische Unternehmer und Handwerker, Club Dialog, Mama Afrika und dem Kroatischen Weltkongress Deutschland. Für den letzten Termin am gestrigen Sonntag, der sich an alle Herkunftsnationen wandte, stellte das BWK seine eigenen Räumlichkeiten in der Trautenaustraße zur Verfügung.
Die Anzahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist im Jahr 2008 im vierten Jahr in Folge gesunken. Mit 206.000 Neugründungen wurde der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung erreicht. Doch BWK-Geschäftsführer Nihat Sorgec weiß: "Insbesondere unter Migranten nimmt das Bestreben zur Existenzgründung als Ausweg aus bestehender oder drohender Arbeitslosigkeit tendenziell zu." Im Vergleich zu deutschstämmigen Existenzgründern nutzen solche mit Migrationshintergrund jedoch die staatlichen Fördermöglichkeiten nur etwa halb so häufig - oftmals aus Unwissenheit. Bei drei von vier türkischsstämmigen Unternehmensgründern etwa führen finanzielle und organisatorische Probleme schon in den ersten zwei Jahren nach der Gründung zur Geschäftsaufgabe.



